FAIRe OER nutzen und bereitstellen
Nutzungsszenarien für FAIRe Open Educational Resources von der lokalen Verwendung bis zur Veröffentlichung
Zusammenfassung
Dieser Abschnitt beschreibt, wie mit den Quarto-Templates erstellte FAIRe Open Educational Resources genutzt und bereitgestellt werden können.
Im Mittelpunkt stehen unterschiedliche Nutzungsszenarien, die von der lokalen Verwendung der erzeugten HTML-Dokumente bis zur Veröffentlichung über Webserver oder Git-basierte Plattformen reichen. Auch die Einbindung in bestehende Systeme, etwa Lernmanagementsysteme wie Moodle, wird berücksichtigt.
Der Abschnitt konzentriert sich auf nachvollziehbare, reproduzierbare Workflows und grenzt klar ab, welche Bereitstellungsformen durch die Templates unterstützt werden. Eine öffentliche Online-Veröffentlichung wird erleichtert, ist jedoch keine Voraussetzung für die Nutzung der Materialien.
OER, FAIR, Templates, Quarto
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Lokale Nutzung ohne Veröffentlichung
Nicht alle Open Educational Resources müssen unmittelbar oder dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht werden. Die mit den Quarto-Templates erzeugten HTML-Dokumente lassen sich vollständig lokal nutzen und ohne Veröffentlichung in bestehende Arbeitsabläufe integrieren.
Ein Quarto-Projekt liegt dabei als gewöhnlicher Ordner auf dem eigenen Rechner vor. Nach dem Rendern entstehen HTML-Dateien, die sich direkt im Browser öffnen lassen. Es ist keine Server-Infrastruktur erforderlich, und es entsteht keine Abhängigkeit von externen Plattformen oder Diensten.
Diese Form der Nutzung eignet sich besonders, wenn Materialien zunächst intern erarbeitet, gemeinsam abgestimmt oder in Lehr- und Lernkontexten erprobt werden sollen. Auch für Arbeitsgruppen, die noch keine Entscheidung über eine spätere öffentliche Bereitstellung getroffen haben, bietet die lokale Nutzung einen niedrigschwelligen und kontrollierbaren Einstieg.
Ein zentraler Vorteil liegt in der klaren und nachvollziehbaren Ordnerstruktur der Projekte. Inhalte, Metadaten, Abbildungen und gestalterische Elemente sind eindeutig organisiert und bleiben dauerhaft zusammengeführt. Ein gerendertes Projekt kann als ZIP-Archiv weitergegeben werden, etwa per E-Mail oder über institutionelle Austauschplattformen. Die empfangenden Personen benötigen lediglich einen Webbrowser, um die Materialien zu öffnen und zu nutzen.
Die lokale Nutzung bietet zudem einen geeigneten Rahmen, um Quarto schrittweise kennenzulernen. Inhalte können angepasst und Änderungen unmittelbar im Browser überprüft werden, ohne sich mit Fragen der Bereitstellung oder Veröffentlichung befassen zu müssen. Der Einstieg bleibt überschaubar und konzentriert sich auf die Arbeit am Material selbst.
Weitere Gründe für die lokale Nutzung sind die vollständige Kontrolle über Daten und Dateien, der Einsatz auch in geschützten oder nicht öffentlichen Umgebungen, die einfache Archivierung abgeschlossener Arbeitsstände, die langfristige Lesbarkeit unabhängig von einzelnen Plattformen sowie die klare Trennung zwischen Erstellung und späterer Bereitstellung.
Der im Schnelleinstieg beschriebene Workflow ist ausdrücklich auf diese lokale Nutzung ausgelegt. Eine spätere Bereitstellung über Webserver, Lernmanagementsysteme oder andere Plattformen kann jederzeit erfolgen, ist jedoch keine Voraussetzung, um mit den Templates produktiv zu arbeiten.
Nutzung in Lernmanagementsystemen
Auf GitHub publizieren
In diesem Abschnitt wird zwischen zwei Ebenen der Bereitstellung auf GitHub unterschieden:
- der Bereitstellung des Quarto-Projekts selbst über ein Git-Repository
- der Veröffentlichung der daraus erzeugten HTML-Seiten als sogenannte GitHub Pages
Nicht jedes Quarto-Projekt, das über ein Git-Repository verwaltet wird, muss auch über die jeweilige Plattform als Website veröffentlicht werden. In vielen Szenarien werden die gerenderten HTML-Seiten über andere Infrastrukturen bereitgestellt, z. B. über eine institutionelle Website, ein Lernmanagementsystem oder eine projektinterne Publikationsplattform.
Die folgenden Abschnitte beschreiben daher sowohl die Bereitstellung des Quarto-Projekts über GitHub als auch optionale Wege zur Veröffentlichung der erzeugten Seiten als GitHub Pages.
Trotz möglicher Vorbehalte gegenüber einzelnen Plattformen ist die Nutzung von GitHub Pages aktuell der am besten unterstützte Weg zur Veröffentlichung von Quarto-Projekten.
Dies hat vor allem technische Gründe:
- Der Befehl
quarto publishist explizit auf GitHub ausgerichtet und unterstützt GitHub Pages nativ. - Für andere Git-basierte Plattformen (z. B. GitLab oder Codeberg) existieren bislang nur wenige etablierte Workflows, und diese werden in der Quarto-Community kaum systematisch unterstützt.
- Der von Quarto vorgesehene Publish-Workflow stellt sicher, dass jede Änderung an den Daten oder Inhalten im Repository automatisch zu einer Aktualisierung der veröffentlichten Webpage führt.
Für eine reproduzierbare, wartungsarme Bereitstellung ist GitHub Pages daher derzeit die robusteste und am besten dokumentierte Option.
Diese Anleitung beschreibt einen Standard-Workflow, um den Quellcode eines lokalen Quarto-Projekts erstmals auf GitHub zu veröffentlichen. Im Anschluss werden die mit Quarto erzeugten HTML-Seiten automatisiert mit GitHub Actions als GitHub Pages publiziert.
Der Ausgangspunkt ist ein lokales Verzeichnis, das bisher nicht mit einem GitHub-Repository verknüpft ist.
Voraussetzungen
✅ Auf Ihrem lokalen Rechner:
- ein GitHub-Account
- Git ist installiert
- Quarto ist installiert
- ein lauffähiges Quarto-Projekt in einem lokalen Verzeichnis (
quarto renderliefert keine Fehlermeldungen)
✅ Auf GitHub:
- Wenn Sie mit Ihrem Account das Repository in einer Organisation anlegen wollen: Berechtigung, neue Repositories anzulegen
- Zugriff auf GitHub Actions und GitHub Pages (bei eigenen, öffentlichen Repositories standardmäßig gegeben)
Bereitstellung auf GitHub Repository
Schritt 1: Lokales Verzeichnis initialisieren
Wechseln Sie über die Konsole in das lokale Projektverzeichnis und initialisieren Sie ein Git-Repository mit dem Befehl:
git initDas Verzeichnis ist nun ein lokales Git-Repository, aber noch nicht mit GitHub verbunden.
Schritt 2: .gitignore hinzufügen
Aus Gründen der Datensparsamkeit sollten Sie einige lokale Dateien von der Synchronisation mit GitHub ausschließen. Dies erreichen Sie, indem Sie im lokalen Projektverzeichnis eine neue Datei mit dem Namen .gitignoreanlegen. Übernehmen Sie folgende Angaben in die Datei:
_site/
.quarto/
.Rproj.user/
.Rhistory/
.RData/
.DS_Store/
/.luarc.json
_quarto_internal_scss_error.scss
/template_files
**/*.quarto_ipynb
/.quarto/
.venv/
.vscode/Nach dem Speichern der Datei sind die meisten Szenarien abgedeckt. Die genannten Dateien und Verzeichnisse werden nicht mit dem GitHub-Repository synchronisiert.
Schritt 3: GitHub-Repository anlegen
Bei GitHub bestehen Repository- und Pages-URLs ausschließlich aus Benutzer- oder Organisationsname und Repository-Name.
Beispiel:
Repository: https://github.com/organisation/quarto-faire-oer-website
Pages-URL: https://organisation.github.io/quarto-faire-oer-website/
Wählen Sie den Repository-Namen daher bewusst und dauerhaft.
Loggen Sie sich über den Browser auf GitHub ein und legen ein neues, leeres Repository an:
Achten Sie bei den Einstellungen auf
- ohne README
- ohne .gitignore
- ohne Lizenzdatei
Kopieren Sie die Repository-URL im nächsten Dialog.
Syntax: https://github.com/username/projektname.git
Schritt 4: Lokales Repository mit GitHub verknüpfen
Wechseln Sie zurück in die Entwicklungsumgebung und fügen Sie statt https://github.com/username/projektname.git ihre Repository-URL in folgenden Befehl ein:
git remote add origin https://github.com/username/projektname.gitDieser verknüpft das lokale Repository mit dem GitHub-Repository.
Schritt 5: Branch festlegen
Setzen Sie anschließend den Standard-Branch (empfohlen: main):
git branch -M mainSchritt 6: Initialer Commit und Push
Committen Sie den aktuellen Projektstand und pushen Sie ihn zu GitHub:
git add .
git commit -m "Initial commit"
git push -u origin mainFalls eine Fehlermeldung mit dem Inhalt RPC failed auftritt ist das Repository zu groß. In diesem Fall müssen Sie zunächst den Git-Puffer durch den Befehl
git config http.postBuffer 524288000erhöhen und den Projektstand erneut comitten und pushen.
Schritt 7: README
Eine README-Datei ist der zentrale Einstiegspunkt in Ihr Repository. Sie hilft Nutzenden, Zweck, Inhalte und Rahmenbedingungen Ihrer Materialien schnell zu verstehen.
- Legen Sie im lokalen Projektverzeichnis eine Datei
READMEan. - Beschreiben Sie darin kurz:
- was das Repository enthält,
- wofür es genutzt werden kann,
- unter welcher Lizenz die Inhalte stehen (s. folgender Schritt).
Schritt 8: Lizenzierung
- Legen Sie im lokalen Projektverzeichnis eine Datei
LICENSEan. - Fügen Sie einen vollständigen Lizenztext ein
- Den Lizenztext der CC BY 4.0 können Sie hier direkt herunterladen
- Der Creative Commons License Chooser unterstützt Sie bei der Wahl alternativer CC-Lizenzen.
- Nennen Sie die Lizenz zusätzlich gut sichtbar in der
README(s. vorhergehender Schritt).
Schritt 9: Finaler Commit
Nachdem README, LICENSE und die .gitignore lokal angelegt und gespeichert wurden, müssen diese noch nach GitHub übertragen werden. Beachten Sie in der folgenden Vorlage für die Terminal-Befehle die genauen Dateinamen und passen Sie diese ggf. an:
git add README LICENSE .gitignore
git commit -m "README und Lizenz hinzugefügt"
git pushAb jetzt existiert:
- ein lokales Repository auf Ihrem Rechner in dem Verzeichnis mit dem Quarto-Projekt
- ein gut dokumentiertes Remote-Repository auf GitHub
Wenn Sie den Quarto-Code bereitstellen, das gerenderte HTML aber über andere Dienste oder in anderer Umgebung nutzen wollen, ist damit die Publikation abgeschlossen. Nutzen Sie gerne die Möglichkeiten von GitHub, Ihr Repository besser auffindbar zu machen.
Bereitstellung über GitHub Pages
Für die Veröffentlichung auf GitHub Pages werden die Schritte aus Abschnitt 3.2 vorausgesetzt.
Schritt 1: Einmalige Publikationsvorbereitung mit Quarto
Führen Sie folgenden Befehl über die Konsole lokal im Projektverzeichnis aus:
quarto publish gh-pagesDieser Schritt erfüllt zwei Funktionen:
- Quarto prüft die Projektkonfiguration
- Quarto erzeugt die notwendige Publishing-Konfiguration auf GitHub.
Je nach Umfang des Projekts kann der erste deploy einige Zeit in Anspruch nehmen.
Schritt 2: GitHub Pages auf Deployment über Actions einstellen
Öffnen Sie anschließend auf GitHub im Browser die Repository-Einstellungen:
Wählen Sie Pages unten links auf dem Bildschirm:
Ändern Sie unter Source den Eintrag auf GitHub Actions:
Damit wird festgelegt, dass GitHub Pages nicht aus einem Branch, sondern über einen Actions-Workflow deployed wird.
Schritt 3: GitHub-Actions-Workflow anlegen
Für diesen Schritt gibt es zwei Vorgehensweisen:
Nachdem Sie in Schritt 2 auf GitHub Actions umgestellt haben, erscheint darunter die Aufforderung vorhandene Workflows für die Action zu verwenden oder eine eigene zu generieren. Wählen Sie die zweite Option create your own:
Ein neues Fenster wird geöffnet, das drei Eingaben erwartet:
den Namen des neu zu generierenden Workflows. Hier muss
quarto-publish.ymleingetragen werdenLöschen Sie den vorgegebenen Text in dem Feld indem Sie hineinklicken, mit StrgStrg + aa alles auswählen und mit Entf/DelEntf/Del alles löschen. Kopieren Sie anschließend den Inhalt der Codebox unten in das Feld hinein.
Wenn der Dateiname richtig eingetragen und der Inhalt des Textfeldes ersetzt ist, klicken Sie auf Commit changes….
- In dem erscheinenden Dialog belassen Sie die Commit Message wie vorgegeben oder ändern Sie etwa in
Add GitHub Actions workflow for Quarto Pages. Damit wird dokumentiert, was die Änderung am Datenbestand umfasst. - Beenden Sie den Vorgang mit Commit changes. Nach dem Commit wird automatisch ein Workflow-Lauf gestartet.
Legen Sie im lokalen Repository ein neues Unterverzeichnis
.github/workflows/
an und erstellen darin eine neue Datei mit der Bezeichnung
quarto-publish.yml
Kopieren Sie anschließend den Inhalt der Codebox unten in die Datei und speichern Sie diese ab.
Committen und pushen Sie den Workflow über die Konsole:
git add .github/workflows/quarto-publish.yml
git commit -m "Add GitHub Actions workflow for Quarto Pages"
git pushNach dem Push wird automatisch ein Workflow-Lauf gestartet.
Inhalt für die quarto-publish.yml
name: Quarto-Projekt auf GitHub Pages publizieren
on:
push:
branches: [ main ]
workflow_dispatch:
permissions:
contents: read
pages: write
id-token: write
concurrency:
group: pages
cancel-in-progress: true
jobs:
build:
runs-on: ubuntu-latest
steps:
- name: Repository auschecken
uses: actions/checkout@v4
- name: Quarto einrichten
uses: quarto-dev/quarto-actions/setup@v2
- name: Projekt rendern
uses: quarto-dev/quarto-actions/render@v2
- name: Pages-Artefakt hochladen
uses: actions/upload-pages-artifact@v3
with:
path: _site
deploy:
needs: build
runs-on: ubuntu-latest
environment:
name: github-pages
url: ${{ steps.deployment.outputs.page_url }}
steps:
- name: Deployment zu GitHub Pages
id: deployment
uses: actions/deploy-pages@v4Nach erfolgreichem Abschluss ist die Website unter der von GitHub angezeigten Pages-URL erreichbar. Nach jeder Änderung oder Aktualisierung der Inhalte im Quarto-Projekt und der Übertragung (commit) in das GitHub-Repository wird die Seite neu generiert. Es empfiehlt sich, die Pages-URL in die Beschreibung des Repositories zu übernehmen. Dann ist sie schnell erreichbar.
Offizielle Quarto-Dokumentation:
Weiterführende Anleitung:
GitHub Actions für Quarto mit Python, R oder Julia
Wenn Sie in Ihren OER ausführbaren Code integrieren wollen, muss die GitHub Action entsprechende Umgebungen laden.
Ausführliche Informationen und Vorlagen dazu bietet die Quarto-Dokumentation unter Executing Code.










